Deine Vermutung ist auch unsere Deutung der gesichteten und abgehorchten Elemente.
Das Öl ist durch glitzernde Metallteile verunreinigt. Diese stammen vermutlich nicht aus den Lagern von Pleuel, Kurbelwelle oder Nockenwellen. Den Ventildeckel hatten wir runter und dort ist nichts an Verschleiß festzustellen. Alles pickobello sauber. Die Ölwanne kommt demnächst ab und dann schauen wir die Kurbelwelle nochmal an. Nur um sicher zu gehen.
Fakt ist der Turbo ist ebenfalls Messinggelagert und das erklärt die Späne im Öl. Die Frischluftseite hat bedingt durch den Schaufelabriss abgasseitig kurzzeitig geeiert und hat Spuren im Gehäuse gelassen. Dabei wird es die Lagerung der Welle ins Öl gespült haben. Den Turbo haben wir ausgebaut und das Wastegate ließ sich nicht mit der Hand bewegen. Es war echt fest. Nachdem wir Druckluft(6bar) angelegt hatten, sprang es sofort auf. Danach konnten wir es auch mit der Hand bewegen. Schwer aber es ging...
Fazit nach unserer bisherigen Recherche. Eventuell hat das Wastegate im Peak des Ladedruckes geklemmt und der Turbo hat zu viel Druck abbekommen, hat überdreht und die Schaufel ist abgerissen und der Wellenabrieb hat das Öl verunreinigt. Das wiederum hat die Ölpumpe bzw. die Ventile der Ölpumpe derartig beeinflusst, dass der Kopf zunehmend mangelhaft geschmiert wurde. Dies geschah jedoch nicht lange genug, um dauerhafte Schäden zu hinterlassen. Wir werden nach erneuter Spülung, bis keine Späne mehr zu sehen sind, die Ölpumpe erneuern, die Ölwanne sauber machen und alle Filter und Siebe ersetzen und reinigen. Danach erneut spülen, um sicher zu gehen, dass wirklich nichts mehr feststellbar ist. Und danach kommt der neue Turbo wieder dran...
Mehr haben wir nicht herausfinden können...